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Stadt Langenzenn (Druckversion)

Das Heimatmuseum

Noch heute finden sich Spuren romanischer Bauweise im Sandstein-Untergeschoss. Dieses gehörte zur ehemaligen Friedhofskapelle, die dem St. Michael geweiht war. Damit ist ein Bauursprung bereits um oder vor 1250 nicht auszuschließen. Folglich dürfte das Heimatmuseum, in seinen Grundmauern, das älteste Gebäude in Langenzenn darstellen. Nach Verlegung des Friedhofs 1622 und Aufstockung des Gebäudes mit einem Fachwerkgeschoss wurde es in eine Lateinschule umgewandelt. Seit 1974 befindet sich in den Räumen das heutige Heimatmuseum.

Historisches Schatzkästlein

Das Heimatmuseum ist ein kultur-historisches Schatzkästlein im Rangau. Ein Gang durch das Museum ist zugleich eine Wanderung durch die Geschichte der Stadt und ihrer Umgebung. Als größtes Museumsstück stellt sich das Haus selbst dar. Der Sandstein ist der Rest der dem St. Michael geweihten alten Friedhofskapelle. Dieser Bau ist vermutlich der älteste Bau von Langenzenn und stammt aus romanischer Zeit.
Das Museum bietet: Geologie des Zenn- und Farrnbachtales mit Uranerz vom Dillenberg. Über 200 Millionen alte Saurierfußabdrücke und Wurmgänge geben ältestes Zeugnis für tierisches Leben in Franken. Geräte aus der aussgehenden Altsteinzeit, der Mittelsteinzeit sowie Pfelispitzen und Steinbeile der Jungsteinzeit beweisen die Besiedlung seit mehreren tausend Jahren vor der Zeitrechnung.
Die Geschichte: Im Sandstein-Untergeschoß dieses Gebäudes befinden sich noch heute Spuren romanischer Bauweise. Damit ist ein Bauursprung bereits um oder vor 1250 nicht auszuschließen. Folglich dürfte das Heimatmuseum, in seinen Grundmauern, das älteste Gebäude in Langenzenn darstellen. Das heutige Heimatmuseum war bis 1622 Friedhofskapelle und dem Luzifer stürzenden Erzengel Michael geweiht. Bis ins 17. Jahrhundert befand sich zwischen unserer evang. Stadtkirche und dieser Friedhofskapelle der Friedhof. So wie sich eben früher häufig und vereinzelt noch bis in dieses Jahrhundert, die Begräbnisstätten unmittelbar neben der Kirche befanden. Im Jahre 1568 gebot der Ansbacher Marktgraf Georg Friedrich die Verlegung des Friedhofs vor die Stadt Langenzenn. Davon wollten die alten Langenzenner und deren Stadtväter allerdings überhaupt nichts wissen und schoben die  Angelegenheit um Jahrzehnte hinaus. Erst als der Stadt und Amtsvogt Hans Auer am 23.4.1593 ein Grundstück vor dem oberen Tor (Westtor) stiftete, schien der Friedhof Realität zu werden. Als aber Hans Auer seine Stiftung wieder bereute, verzögerte sich das Unternehmen weiter. Auch sträubten sich die Langenzenner nach wie vor hartnäckig ihre Verstorbenen außerhalb der Stadtmauer zu beerdigen. Erst der Ausbruch einer Seuche und die Enge des Friedhofs erzwangen eine Änderung.

Am 18.12.1607 erging eine klare hochfürstliche Weisung, daß mit dem ersten Todesfall im Jahre 1608 der neue Friedhof eröffnet werden müsse. Dieser Fall trat dann mit einem im Langenzenner Armenhaus verstorbenen Bettler namens Heinrich ein. Am 27. Dezember 1622 wurde die "Todtenkirche" oder "Kapelle zum heiligen Kreuz" vor der Weststadtmauer eingeweiht. Damit wurde unser heutiges Heimatmuseum frei und nach dem Aufstocken mit einem wunderschönen Fachwerkgeschoß in eine Lateinschule umgewandelt. Das Obergeschoß diente bis 1815 als Lehrerwohnung und war später dann insgesamt Wohnhaus einer landwirtschaftlichen Hofstelle. 1963 wurde das sog. "Sörgel`sche Haus" die Stadt Langenzenn verkauft.

Nach 1964 war für kurze Zeit die Langenzenner Stadtbibliothek hier untergebracht. 1973 wurde mit sehr viel Eigenleistung des Heimatvereins und maßgeblicher Unterstützung der Stadt mit dem Um- und Ausbau zum Heimatmuseum begonnen. Am 11. Juni 1976 konnte das heutige Heimatmuseum eingeweiht und der Öffentlichkeit übergeben werden.



Die Fronveste

Sie wurde 1737 nach dem Plan des markgräflichen Baumeisters Johann David Steingruber errichtet. Der hintere Raum war Gefängnis und später Ziegenstall des im Obergeschosses wohnenden Büttels. Nach Aufhebung der Halsgerichtsbarkeit 1797 richteten sich der Waagmeister und der Fleischbeschauer im Erdgeschoss ein. Seit 1995 wird das sanierte Gebäude als Erweiterungsbau für das Heimatmuseum genutzt. In den Räumen befindet sich unter anderem die historische Einrichtung der Stadtapotheke (Friedrich-Ebert-Straße) mit seiner 250-jährigen Geschichte, die erst 2017 geschlossen wurde.

Historie

Nach einer gründlichen Renovierung kann dieses historische Gebäude seit 1995 als Erweiterungsbau für das bereits bestehende Heimatmuseum genutzt werden. Im Untergeschoß wurde die alte Stadtapotheke von 1557 untergebracht, während man sich im Obergeschoß über die Stadtgeschichte informieren kann. Hier befinden sich auch verschiedene alte Bilder und eine Beschreibung des Kriegsgefangenendurchgangslagers der Amerikaner von 1945 - das das größte im süddeutschen Raum war. Andere Räume im Obergeschoß geben Aufschluß über die Verwendung des in Langenzenn anstehenden Lehrbergtones. Eine Töpferscheibe mit verschiedenen Töpfen und Gefäßen, Hafnerprodukten mit Kachelofen, Siebenergeheimzeichen, alte Mauersteine und Dachziegel sowie eine der größten Feierabendziegelsammlung zeugen von Handwerkskunst und Industrie. Die Geschichte der Langenzenner Fronveste.

Am 4. Oktober 1720 wurde die östliche Hälfte Langenzenns, der "Untere Markt", mit 82 Häusern einschließlich Rathaus eingeäschert. Danach begann der mühsame Wiederaufbau. Nach Fertigstellung des nebenan befindlichen Rathauses im Jahre 1727, entworfen vom Ansbacher Hofbaumeister von Zocha, wurde 10 Jahre später, im Jahre 1737, nach dem Plan des berühmten Baumeister Johann David Steingruber, die Fronveste erbaut. Durch den vielleicht noch nicht ganz aufgelassenen Kirchhof im Westen, der Straße im Osten, sowie dem Rathaus im Norden, wurde der Grundriß bestimmt.

Woher kommt der Name?
Der Name "Fron" kommt vom mittelhochdeutschen Wort für herrschaftlich oder öffentlich. Im Mittelalter war jedes Haus zu einer bestimmten jährlichen Fron verpflichtet, die man für öffentliche Vorhaben ohne Lohn abarbeiten mußte. Im 15. Jahrhundert stellte diese unbezahlte Fronarbeit etwa den Gegenwert von 12 Pfennigen am Tag dar. Für 3 Pfennige hätte man sich um 1400 schon einen Käse kaufen können und für 1 Pfennig mehr, hätte man noch 3 Eier dazu bekommen. Vermutlich wurden hier in der Fronveste auch diese unbezahlten öffentlichen Arbeitseinsätze, also die Frondienste, organisiert und verteilt.

Der alte Begriff "Veste" steht für die Verwendung des Hauses als Haftgebäude und für den dafür erforderlichen festen, stabilen Sandsteinbau. Das Untergeschoß der Fronveste diente nämlich als Stadtgefängnis für leichtere Vergehen. Die "schweren Fälle" saßen nebenan im Rathauskeller ein. Der südwestliche Raum, in dem heute die kleine Apotheke angesiedelt ist, war damals der Ziegenstall des Büttels, dem "Stadtpolizisten" von Langenzenn. Dieser wohnte auch selber im Obergeschoß dieses Gebäudes. Der Büttel war zunächst nur Stadtbote und Gefängniswärter. Seine spätere Aufgabe als Stadtpolizist, veranlaßte ihn immer wieder bei Streitigkeiten und Raufereien einzuschreiten. Zu den weiteren Aufgaben des Büttels gehörte es auch, Steuern und die vom Gericht verordneten Pfänder einzutreiben. Wie schon angedeutet, befand sich im Rathaus nebenan das Hoch und Halsgericht. Die dort Eingesperrten warteten wegen schwerer Vergehen auch auf ihren Tod. Die in der Fronveste Arretierten, saßen hier oft für mehrere Tage kleinerer Vergehen, Nachbarschaftsstreitereien, Beleidigungen oder ähnlicher Delikte ein und erwarteten hier auch die Strafen der dafür zuständigen Stadtgerichtsbarkeit. Für nächtliches Herumstreichen im Gerichtsbezirk Herzogenaurach, wurde z.B. 1857 ein Langenzenner zu 15 Rutenstreichen verurteilt, die der Stadtbüttel verabreichte. Einem anderen Langenzenner brachte das Baden und Fischen in der Zenn während der Gottesdienstzeit, 12 Stunden Aufenthalt in der Fronveste ein. Übertretung der Polizeistunde und nächtliche Ruhestörung kosteten noch 1860 dem fröhlichen Zecher ernüchternde 3 Tage Arrest bei Wasser und Brot.

Die Fronveste wurde bis in die 1970er Jahre als Wohnhaus genutzt. Mit Hilfe der Stadt, ihrer Bediensteten und den vielen unermüdlichen Helfern des hiesigen Heimatvereins, konnte der 1993 noch desolate Bau, zu einem Schmuckstück der Stadt restauriert und am 9. September 1995 der Öffentlichkeit übergeben werden.

Als Erweiterung nutzbar
Nach einer gründlichen Renovierung kann dieses historische Gebäude seit 1995 als Erweiterungsbau für das bereits bestehende Heimatmuseum genutzt werden. Im Untergeschoß wurde die alte Stadtapotheke von 1557 untergebracht, während man sich im Obergeschoß über die Stadtgeschichte informieren kann. Hier befinden sich auch verschiedene alte Bilder und eine Beschreibung des Kriegsgefangenendurchgangslagers der Amerikaner von 1945 - das das größte im süddeutschen Raum war. Andere Räume im Obergeschoß geben Aufschluß über die Verwendung des in Langenzenn anstehenden Lehrbergtones. Eine Töpferscheibe mit verschiedenen Töpfen und Gefäßen, Hafnerprodukten mit Kachelofen, Siebenergeheimzeichen, alte Mauersteine und Dachziegel sowie eine der größten Feierabendziegelsammlung zeugen von Handwerkskunst und Industrie. Die Geschichte der Langenzenner Fronveste.

Am 4. Oktober 1720 wurde die östliche Hälfte Langenzenns, der "Untere Markt", mit 82 Häusern einschließlich Rathaus eingeäschert. Danach begann der mühsame Wiederaufbau. Nach Fertigstellung des nebenan befindlichen Rathauses im Jahre 1727, entworfen vom Ansbacher Hofbaumeister von Zocha, wurde 10 Jahre später, im Jahre 1737, nach dem Plan des berühmten Baumeister Johann David Steingruber, die Fronveste erbaut. Durch den vielleicht noch nicht ganz aufgelassenen Kirchhof im Westen, der Straße im Osten, sowie dem Rathaus im Norden, wurde der Grundriß bestimmt.

Bibel-o-thek

Die Bibel – einfach nur irgendein Buch? Nein! Von den ersten Überlieferungen auf Papyrus über Schriftrollen in Tonkrügen bis hin zum digitalen Zeitalter hat sich die Erscheinungsform der Bibel immer wieder der Lebenswelt der Menschen angepasst. Die Ausstellungsmitarbeiter freuen sich auf Ihren Besuch in der Langenzenner Bibelausstellung, die die Entstehung der Schrift anhand der Bibel und die einzelnen Entwicklungsschritte der Bibel vom Papyrus bis hin zur CD-ROM aufzeigt.

http://www.langenzenn.de//freizeit-tourismus/entdecken/museen-ausstellungen/