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Stadt Langenzenn (Druckversion)

850 Jahre Kirchfembach

Von Fritz Graßer

Im vergangenen Jahr beging das Dorf sein 850. Ortsjubiläum: 1150 bezeugte ein Ekkehard de Vuenbach einen Vertrag zwischen dem Abt des Bamberger Klosters Michelsberg und dem Bischof von Würzburg. Im 16. Jahrhundert erreichte die Reformation den Ort, und Kirchfembach, wie ganz Mittelfranken, wurde evangelisch. Es gab eine Kirche im Dorf, aber einen eigenen Pfarrer hatte Kirchfembach nie:

Bis zu Beginn des 18. Jahrhunderts gehörte der Ort kirchlich zum etwa fünfzehn Kilometer entfernten Emskirchen, was bei den damaligen Verkehrsverhältnissen schon eine beträchtliche Entfernung darstellte. Deshalb wurde etwa in der Mitte zwischen Kirchfembach und Emskirchen, in Hagenbüchach eine neue Pfarrei gegründet, zu der der Ort seitdem gehört. Die Hagenbüchacher Pfarrchronik behauptet nicht ohne Häme, dass die Kirchfembacher selber schuld waren, dass sie damals keinen eigenen Pfarrer bekamen: "Seine Hochfürstliche Durchlaucht hat einstmals die höchste Gnade gehabt, der Kirchfembacher Gemeinde die Freiheit zu lassen, ob sie das zu bauende Pfarrhaus im dasigen Ort setzen wollten und somit das Vorrecht einer Mutterkirche behaupten! Dies haben sie aus gar bösen Gründen abgeschlagen und das schon gefällte Holz wirklich versoffen".

Ganz so wird es sicher nicht gewesen sein, aber wer den den Schaden hat, braucht bekanntlich für den Spott nicht zu sorgen. Das Langhaus der mittelalterlichen Chorturmkirche wurde im Stil der fränkischen Markgrafenkirchen im 18. Jahrhundert mit beidseitigen Doppelemporen ausgerüstet. Als Kirchenpatron wählte man den heiligen Veit, einen der 14 Nothelfer, der zum Patron vieler fränkischer Kirchen wurde und Schutzpatron der Apotheker, Tänzer und Schauspieler ist. Die drei Glocken des Kirchturms gehören zu den ältesten des Landes: Die Marienglocke stammt aus dem 13. Jahrhundert, die beiden anderen aus dem 14. und 15. Jahrhundert.

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