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Stadt Langenzenn (Druckversion)

Der Tag von Zenna "Kaiserspiel"

Das Kaiserspiel, das zur 1000-Jahrfeier der Stadt Langenzenn (1954) von Dr. Bernhard Sengfelder geschrieben wurde, ist einer historischen Begebenheit nachempfunden und wird gelegentlich von Langenzennern Laiendarstellern aufgeführt. 

  • Die Ungarn eingefallen - die eigene Familie in Streit und Auflehnung - leider eine fast "alltägliche" Situation für Otto den Großen, dem zukünftigen Kaiser des Heiligen Römischen Reiches.

Auf dem Weg von Mainz in das Kampfgebiet macht er Anno 954 Zwischenstation in Zenna, dem heutigen Langenzenn. Aufgeregtes Treiben in Zenna: Es wird gezimmert, geputzt und natürlich diskutiert - der Kaiser kommt! Wie wird er über die Abtrünnigen richten?

Stadtgeschichte

Der Siedlungskern Langenzenns war ein fränkischer Königshof aus der Zeit der fränkischen Landnahme 600 bis 700 n. Chr. Die älteste Urkunde von 903 benennt Langenzenn nach dem Fluss als "Zenne". Zur Zeit König Ottos I. (936 - 973) lag Langenzenn etwa in der Mitte des damaligen Reiches. Das dürfte dazu beigetragen haben, dass Otto I. am 16. Juni 954 in "Zinna" eine Reichsversammlung abhielt. Um die erste Jahrtausendwende entstand die Großpfarrei Zenne. Bereits 1248 wurde Langenzenn hohenzollerisch, indem es durch Erbschaft an die Burggrafen von Nürnberg kam.

Von 1268 bis 1801 war Langenzenn mit einer kurzen Unterbrechung nach der Reformation Sitz des Dekanates. Da die ottonische oder romanische Kirche nicht der Bedeutung Langenzenns entsprach, wurde 1280 unter dem Burggrafen Friedrich III. mit dem Bau einer neuen Kirche begonnen. Die Burggrafen Johann III. und Friedrich VI. verwandelten 1409 diese Kirche in ein Augustiner-Chorherrenstift. Zu dieser Zeit fanden auch die Wallfahrten zur "Schwarzen Maria von Langenzenn" statt, die nach der Reformation andauerten. Das Kloster selbst wurde nach der Einführung der Reformation im Jahre 1533 aufgelöst, Als evangelisch-lutherische Stadtkirche ist die ehemalige Klosterkirche wohl eine der ältesten und schönsten Kirchen im Landkreis Fürth. Zu ihren besonderen Kunstschätzen gehört das Verkündigungsrelief von Veit Stoß aus dem Jahre 1513.

Kaiser Karl IV verlieh und bestätigte im Jahre 1361 dem Burggrafen Friedrich V. das Recht, Heller schlagen zu lassen, d. h. Langenzenn wurde Münzstätte der Burggrafen von Nürnberg. In beiden Urkunden wird Langenzenn als ,Stadt' bezeichnet. Es ist anzunehmen, dass Langenzenn bereits um 1330 zur Stadt erhoben wurde und dabei zur Unterscheidung von den anderen Orten am Fluss Zenn den Namen Langenzenn erhielt.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Langenzenn aus einem Ackerbaustädtchen zu einem wichtigen Industriestandort im Landkreis Fürth. Aufgrund des regionalen Tonvorkommens entstand die Ziegelindustrie, die noch heute das Ortsbild prägt. Die Ziegelindustrie erbrachte auch das meiste Frachtaufkommen für die im Jahre 1872 erbaute Nebenstrecke der Eisenbahnlinie Siegelsdorf - Langenzenn.

 Da der Ertrag der Landwirtschaft nicht zum Lebensunterhalt ausreichte, wurde vielfach nebenbei ein Handwerk ausgeübt. Als die Industrialisierung Anfang des 20. Jahrhunderts die Weber, Tuchmacher, Färber und Strumpfwirker arbeitslos machte, waren - abgesehen von der Ziegelindustrie - nur noch der Hopfenanbau und der Handel Einnahmequellen in Langenzenn. 1910 gab es noch 85 Bauern, die für fünf Brauereien in Langenzenn Hopfen anbauten. Im Jahre 1941 wurde der Hopfenanbau ganz eingestellt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten sich die Elektro- und die Kunststoff verarbeitende Industrie sowie Bauunternehmungen in Langenzenn an. Die Bevölkerungszahl des Ortes Langenzenn wuchs in den Nachkriegsjahren durch den Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen stark an, rund 1000 Neubürger katholischer Konfession fanden in Langenzenn eine neue Heimat. Nach der Gebietsreform in den Jahren 1972 und 1978 mit der Eingliederung der Gemeinden Kirchfembach, Laubendorf, Keidenzell und der Ortsteile Horbach, Hausen und Göckershof zählt Langenzenn jetzt ca. 10.800 Einwohner. Die gute Infrastruktur der Stadt Langenzenn, die über ein Alten- und Altenpflegeheim, Kindergärten, ein Gymnasium, eine Grund-, eine Mittel- und eine Realschule, ein Hallenbad und eine Stadtbücherei verfügt wird von der Bevölkerung sehr geschätzt. Großes Engagement besteht auch im kulturellen Bereich, wie alljährlich die Hans Sachs-Spielgruppe, sowie die Klosterhofspiele beweisen.

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