Siebener - Feldgeschworene:

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Das Siebenerwesen in Langenzenn

Feldgeschworene – eine jahrhundertealte Tradition lebt weiter

Das wohl älteste kommunale Ehrenamt in Bayern ist auch heute noch aktiv in Langenzenn: die Feldgeschworenen, bei uns in Franken traditionell „Siebener“ genannt. Seit dem Spätmittelalter wachen sie über Grundstücksgrenzen und sorgen für Ordnung und Frieden in der Gemeinde.

Geschichte der Siebener - Hüter der Grenzen

Bereits 1426 wurden die Siebener erstmals in den Akten des Stadtarchivs Langenzenn erwähnt. Sie galten als angesehene Wahrer von Grenzen und Bewahrer des dörflichen Friedens.

Im mittelalterlichen Franken führte die Erbteilung zu stark zersplitterten Grundstücken. Jeder Quadratmeter war wertvoll – klare Grenzmarkierungen wurden unerlässlich. Zunächst dienten Hecken, Gräben oder Bäume als natürliche Grenzen, später wurden feste Grenzsteine gesetzt, um Manipulationen zu verhindern.

Vertrauenspersonen der Gemeinschaft

Die damaligen Territorialherren erkannten früh die Notwendigkeit ortskundiger und vertrauenswürdiger Personen. So entstand das Amt der Feldgeschworenen:

  • Aus der Mitte der Dorfgemeinschaft
  • Ortskundig, moralisch gefestigt und dem Gemeinwohl verpflichtet
  • Verantwortlich für die Einhaltung und Abmarkung von Grundstücksgrenzen

Gerade in unsicheren Zeiten hatten sie eine zentrale Rolle: etwa, wenn Witwen durch Grenzverschiebungen übervorteilt werden sollten. Die Siebener konnten in solchen Fällen rechtliche Schritte einleiten und besaßen ein eigenes Klagerecht vor dem Dorfgericht.

Warum sagen wir „Siebener“

Der Name „Siebener“ stammt daher, dass traditionell sieben Männer zum Feldgeschworenenamt berufen wurden. Die ungerade Zahl sicherte bei Abstimmungen klare Entscheidungen. Heute heißen sie bei uns weiterhin „Siebener“ – auch wenn seit 1981 endlich auch Frauen dieses Amt ausüben können.

Gesetzlich verankert – bis heute relevant

Auch wenn die Bayerische Vermessungsverwaltung (ab 1801) anfangs ohne Feldgeschworene arbeitete, wurde ihre Bedeutung bald erneut erkannt. Seit dem Vermarkungsgesetz von 1868 sind sie wieder fester Bestandteil der Grenzsicherung.

Mit dem Abmarkungsgesetz um 1900 wurde festgelegt, dass alle neuen Grenzen sichtbar gemacht werden müssen – eine Aufgabe, bei der die Siebener bis heute die Vermessungsämter unterstützen.

Aufgaben der Siebener heute

In der modernen Zeit übernehmen die Siebener folgende Aufgaben:

  • Unterstützung bei Abmarkungen von Grundstücksgrenzen
  • Setzen neuer Grenzsteine nach Vorgabe des Vermessungsamts
  • Markierung von Grenzpunkten mit Farbe oder Magnetbolzen
  • Freilegen alter Grenzsteine
  • Einsatz traditioneller Werkzeuge wie Setzlatte, Senkel, Spaten, Hammer und Winkeleisenstab

Der jeweilige Siebener-Obmann koordiniert die Einsätze und wird vom Vermessungsamt informiert. Trotz moderner Technik bleiben sie ein unabhängiges Backup-System, das auf jahrhundertealtem Wissen basiert.

Das Siebener-Geheimnis – ein besonderes Kulturerbe

Einzigartig in Bayern ist das Siebener-Geheimnis: ein nur den Feldgeschworenen bekanntes, geheimes Zeichen, das in der Nähe von Grenzsteinen im Boden verborgen wird – meist aus Metall, Ton oder Glas.

Dieses Geheimzeichen dient dazu:

  • Manipulationen an Grenzsteinen zu erkennen
  • Die Integrität der Grundstücksgrenze zu sichern
  • Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden

Die Weitergabe erfolgt ausschließlich mündlich, verbunden mit einem Eid – heute traditionell vor dem Bürgermeister abgelegt.

(In der rechten Spalte finden Sie das Siebener Lied, es diente dazu den Gemeinschaftssinn und die Identität der Feldgeschworenen zu stärken.)

Ein Ehrenamt mit Zukunft – trotz Herausforderungen

Das Feldgeschworenenwesen steht heute vor mehreren Herausforderungen:

  • Mögliche Gesetzesänderungen, die das Ehrenamt abschaffen könnten
  • Privatwirtschaftliche Vermessungsunternehmen, die ehrenamtliche Strukturen verdrängen könnten

Dabei sind die Siebener unersetzliche Vermittler zwischen Bürgern, Eigentümern und Behörden. Ihr Wissen um lokale Gegebenheiten, ihre Unabhängigkeit und das hohe Vertrauen in ihre Arbeit machen sie zu einem wichtigen Pfeiler kommunaler Selbstverwaltung. Zudem entlasten sie die Vermessungsämter erheblich – und ermöglichen so kostengünstigere Grundstücksvermessungen für Bürgerinnen und Bürger.

Beispiele wie Nürnberg und München, wo das Siebenerwesen nach vorübergehender Aussetzung wieder eingeführt wurde, unterstreichen seine Bedeutung.

     

Immaterielles Kulturerbe – Auszeichnung für gelebte Tradition

Im Dezember 2016 wurde das Feldgeschworenenwesen in Bayern in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Diese Anerkennung würdigt:

  • Die jahrhundertealte Tradition
  • Den Beitrag zum gesellschaftlichen Frieden
  • Die kulturelle Identität ländlicher Regionen wie Franken

Der Siebener-Platz in Langenzenn

Ein besonderer Ort zur Geschichte der Siebener ist der Siebener-Platz in Langenzenn – direkt an einer historischen Route, auf der bereits Kaiser Otto I. im Jahr 954 nach Roßtal zog.

Hier finden sich:

  • alte Grenzsteine aus der Region
  • ein Duplikat eines babylonischen Grenzsteins (14. Jh. v. Chr.)
  • ein Siebenerstein zur Geschichte des Ehrenamts
  • Steine von historischen Triebwegen, Gerichtsbarkeiten, Jagdgebieten u.v.m.
  • Eine Hecke als Grenze und Schutz, Heilkräuter und Pflanzen der Grenzraine
  • Gedenksteine, Immaterielles Kulturerbe und „600 Jahre Siebener“

Der Platz wurde 1998 im Rahmen der Flurneuordnung gestaltet und ist heute ein Ort des Lernens und Erinnerns.

(In der rechten Spalte finden Sie unter Downloads einen genauen Plan und Beschreibung der Steine sowie eine Auflistung der angesiedelten Kräuter am Siebener Platz.)

Fazit

Die Siebener sind mehr als historische Relikte – sie sind lebendiges Kulturgut. Mit fachlicher Kompetenz, lokaler Verbundenheit und ehrenamtlichem Engagement leisten sie bis heute einen wichtigen Beitrag zur Rechtssicherheit, Ordnung und zum gesellschaftlichen Miteinander in unserer Gemeinde.

Weitere Bezeichnungen für das Feldgeschworenenamt:

Marker – Steiner – Schieder – Rainsteinrucker – Flurer – Gemarker – Grenzer
→ Aber bei uns in Franken sagt man: „Siebner“ – und darauf sind wir stolz.

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  • Stadt Langenzenn
  • Friedrich-Ebert-Straße 7
  • 90579 Langenzenn

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